Schlafserie #4 - Das Hypnogramm und die Architektur des Schlafes


The Architecture of Sleep: Why We Sleep [1]

Hier sehen Sie ein vereinfachtes und optimales Abbild der Schlafphasen in einer Nacht anhand eines Hypnogramms. Folgende Erkenntnisse können wir aus dieser Abbildung gewinnen:


  • Gewöhnlich teilt sich der Schlaf in 4 bis 6 Schlafzyklen, welche in etwa 90 Minuten andauern. Diese sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hochgradig individuell.


  • Auffällig ist, dass der Anteil an Tiefschlaf (NREM Stage 3 und 4) in der ersten Hälfte der Nacht höher ist als der des REM-Schlafs. In der zweiten Hälfte löst der REM-Schlaf den Tiefschlaf mit jedem Zyklus etwas mehr ab. Diese Charakteristik ist dafür verantwortlich, dass oftmals gesagt wird, dass jede geschlafene Stunde vor Mitternacht doppelt so effektiv ist, wie jede Stunde danach. Grund hierfür ist, dass bei zu spätem zu Bett gehen, der Tiefschlaf unterdrückt wird. Das darf natürlich nicht so aufgefasst werden, dass Tiefschlaf wichtiger als REM-Schlaf ist. Eher gilt es die Erkenntnis zu gewinnen, dass das zu späte Einschlafen, wie auch das zu frühe Aufwachen verschiedene Effekte auf unsere Schlafzusammensetzung haben und somit auf die Qualität des Schlafs und den daraus resultierenden Nutzen.


  • Wie Sie außerdem sehen können, sind wenige und kleine Mikroerwachen (sogenannte micro awakenings) völlig normal. Diese bekommen Sie nicht bewusst mit. Weniger* normal hingegen ist ein oder sind mehrere vollständige Erwachen bzw. äußerst viele Mikroerwachen. Diesen werden zum Beispiel von Atmenschwierigkeiten oder Alkoholkonsum verursacht. Resultate des vermehrten Erwachens sind unvollendete Schlafzyklen oder unterbrochene Schlafphasen.


* In bestimmten Jäger und Sammler Stämmen, wie auch in historischer Literatur ist oftmals von einem bimodalem oder zweiphasigem Schlafrhythmus die Rede. Hier nimmt man an, dass der Schlaf in zwei Phasen geteilt wurde und die Schlafpause in der Nacht für Aktivitäten, wie der Überwachung des eigenen Viehs oder Sex genutzt wurde. Dies zeigt zwar, dass der Mensch sehr adaptiv ist und es nicht den einen richtigen Schlafrhythmus gibt, doch für Personen in der modernen westlichen Welt, wie auch für Personen mit Insomnie oder anderen Schlafstörungen, stellen diese Muster in den aller seltensten Fällen einen Vorteil dar.

Daher empfiehlt die neue Literatur und Forschung an dem monophasischem Schlafmuster festzuhalten. Dies ist nicht zuletzt der Fall, da die heutigen Aktivitäten, welchen wir in der Nacht nachgehen, wenn wir nicht schlafen können, stimulierende Bildschirme, Töne oder Strahlung innehaben.


Zusammenfassung:


1. Anhand eines optimierten Hypnogramms lässt sich die grundlegende Verteilung der Schlafphasen aufzeigen. Die wesentliche abzuleitende Erkenntnis ist, dass sich eine Restriktion des Schlafes zu verschiedenen Zeiten auch verschieden auf die Schlafphysiologie und -qualität auswirkt. Dies spricht für das Einhalten eines rhythmischen Schlafzykluses, welcher mit dem eigenen Chronotyp übereinstimmt.


2. Mikroerwachen sind etwas Normales solange sie nur vereinzelnd auftreten. Viele unbewusste oder gar bewusste Erwachen sind meist ein Zeichen von Schlafstörungen. Auch wenn bimodale Schlafrhythmen in bestimmten Stämmen aufzufinden sind, sind Sie sehr wahrschlich am besten mit einem monophasischem Rhythmus beraten.

[1] Why We Sleep: Unlocking the Power of Sleep and Dreams. Matthew Walker Ph.D., Penguin Random House, 2017 Oct (https://www.sleepdiplomat.com/author)

Vielen Dank, dass Sie diese Seite besuchen!

Mit jeder Interaktion und jedem gelesenen Artikel helfen Sie Menschen in Not, sowie der Tier- und Pflanzenwelt.

Bei dem Inhalt dieser Seite handelt es sich lediglich um Informationsmaterial.

Genaueres hierzu entnehmen Sie bitte dem Haftungsausschluss.

© 2019 - 2020 Thorben Sauermann, Illustrationen von Huang Yixin

  • Twitter
  • Instagram