Brennnessel, lat. Urtica dioica


Anwendungsgebiete


Bei der Anwendung der Brennnessel wird oft zwischen den Pflanzenteilen Urticae folium (Brennnesselblätter und Brennnesselkraut) und Urticae radix (getrockneten Rhizome und Wurzeln) unterschieden, wobei vorerst auf die Blätter und das Kraut eingegangen wird.

Innerlich nutzt man die Brennnessel als eine Art Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ausleitenden Harnwege. Außerdem wird sie zur Behandlung und Vorbeugung von Nierengrieß und -steinen verwendet.

Auch bei Magen-Darm-Beschwerden, wie Verdauungsproblemen oder Blähungen werden sich die beruhigenden Eigenschaften der Brennnessel zu Nutze gemacht.

Äußerlich verwendet man die Blätter und das Kraut der Brennnessel zur unterstützenden Behandlung von Gelenkproblemen und rheumatischer Beschwerden.

Die Urticae radix (Rhizome und Wurzeln) erhöhen die während der Blasenentleerung ausgeschiedene Urinmenge (Miktionsvolumen), den maximalen Harnfluss und verringern somit die Restharnmenge. Daher wird es oft unterstützend bei Miktionsbeschwerden bei Prostataadenom Stadium 1 und 2 verwendet.


Heilwirkungen: harntreibend, schmerzlindernd, entzündungshemmend, blutreinigend


Wirkstoffe


Urticae folium

  • 20 % Mineralstoffe, davon 4,8% Kieselsäure (immunstärkend, zellstoffwechselaktivierend, Stärkung der Blutgefäße und des Bindegewebes, entzündungshemmend)

  • Flavonoide, z.B. 1 bis 2 % Quercetin- und Kämpferolglykoside (antioxidativ, cholesterinsenkend, durchblutungsfördernd, bei Arteriosklerose eingesetzt)

  • Cumarine, wie Scopoletin (Blutgerinnung beeinflussend)

  • Amine, wie Acetylcholin, Histamin, Cholin und Serotonin

  • Triterpene, wie Oleanolsäure in den Blüten (schwach zytotoxisch, antioxydativ und antiproliferativ)

  • Steroide, wie β-Sitosterol (gegen Entzündung, oxidativen Stress und Herzkreislauferkrankungen)

  • Organische Säuren: Unter anderm Äpfelsäure, Allantoinsäure, Ameisensäure, Bernsteinsäure, Buttersäu­re, Chinasäure, Citronensäure, p-Cumarsäure, Essigsäure

Urticae radix

  • Zusätzlich: zusätzlich bis zu 0,3 % des LektinsUrtica dioica Agglutins(UDA, stimulieren T-Lymphozyten und weisen immunmodulierende Eigenschaften)



Anwendungsform


Die häufigsten Darreichungsformen der Brennnessel, welche von Ärzten und Naturheilpraktikern präferiert werden, sind Tinkturen und Tees. Außerdem erweisen sich gemahlene Blätter und Wurzeln in Form von Kapseln oder Presslingen in Pulverform als eine einfache Einnahmeform bei innerer Anwendung.

Zur äußeren Anwendung empfehlen sich Salben auf Brennnesselbasis.



Beschreibung der Pflanze


Das zweihäusige, ausdauernde Kraut aus der Familie der Brennnesselgewächse überwintert mit einem weitverzweigten, kriechenden Wurzelstock. Die Früchte sind einzeln abgetrennte Nüsschen. Die einfachen, 30 bis 100 cm hohen Stängel tragen gegenständige, längliche, zugespitzte Laubblätter mit gesägtem Rand und kleinen, unscheinbare grüne Blüten, die zu langen Rispen vereinigt sind. Blätter und Stängel sind mit giftigen Brennhaaren besetzt. In Mitteleuropa tritt die Brennnessel in drei verschiedenen, unterschiedlich stark brennenden und auch einhäusigen Varianten auf.


Vorkommen


Häufig auf Komposthaufen, Weideplätzen, an Zäunen, auf Schutt, unter Gebüschen u.Ä.


Sammelvorschrift


Mehrmals im Jahr sammelt man das Kraut oder bloß die Blätter. Die Hände sind beim Sammeln durch Handschuhe zu schützen. Man schneidet oder mäht die geblätterten, gesunden und jungen Triebe, die nicht höher als 40 cm sein sollen, ab. Die Blatternte erfolgt durch Abstreifen der Blätter von oben nach unten oder durch abzupfen der frischen Blätter. Das Sammelgut wird bei einer Temperatur bis zu 60°C getrocknet, die Farbe der Frischdroge soll sich beim Trocknen nicht ändern. Das Erntegut wird in gut schließenden Gefäßen vor Licht, Feuchtigkeit und Insekten geschützt aufbewahrt.

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© 2019 - 2020 Thorben Sauermann, Illustrationen von Huang Yixin

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